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Fenchel-Tomaten-Eintopf – ziemlich italiano

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… und ziemlich cacciatore :). Wenn die Heizung im Dezember ausfällt, dann sind heiße Suppentöpfe das, was mir dazu einfällt … Der Installateur hätte auch eine bekommen, wäre er aufgetaucht. Naja.
Geht übrigens ganz schnell, dieser Eintopf im Jägerstyle!

Zutaten für 2 Portionen:
2 Fenchel, in ganz schmale Schnitze gehackt
Fenchelgrün als Deko zur Seite legen
2 Hirschwürstel, gewürfelt
1 KL Fenchelsamen, angemörsert
1 kräftiger Schuss Martini Bianco
2 Eiswürfel Gemüsefond (alternativ 1 Becher Gemüsesuppe)
1 kleine Dose gewürfelte Tomaten
Parmesan zum Bestreuen
2 EL Olivenöl zum Braten
optional: übrig gebliebene Parmesanrinde in kleine Streifen schneiden und mit den Tomaten in die Suppe einrühren – gibt Hammergeschmack!

Zubereitung:
Öl in einer Pfanne mit hohem Rand erhitzen und den Fenchel darin anbraten, bis er angebräunt ist. Dann die Fenchelsamen und die Hirschwürstel zugeben und weiterbraten, bis alles fast am Boden der Pfanne kleben bleibt.

Mit einem kräftigen Schuss Martini ablöschen, gut umrühren und den Alkohol verdampfen lassen.

Tomaten und Gemüsefond zugeben, falls notwendig mit heißem Wasser aufgießen und zum Kochen bringen. Hitze reduzieren und ca. 10 bis 15 min köcheln lassen.
Fenchelgrün drauf und mit Parmesan und kräftigem Bauernbrot servieren.


Vegetarisches Chili mit Saubohnen

Sehr rustikale Version vom klassischen Chili 😉 – der ländliche österreichische Touch kam durch die Verwendung von wunderschönen Saubohnen. Gemüsetechnisch könnte man eigentlich alles verwenden, was der Gemüsemarkt so her gibt.

Zutaten für 4 Portionen:
1 Zwiebel, gehackt
2 Knoblauchzehen, gehackt
1 Becher frische Saubohnen (oder andere Bohnen, frisch oder aus der Dose, küchenfertig)
1 EL Rapsöl
1 mittlerer Zucchini, in mundgerechte Stücke geschnitten
2 Karotten, in feine Scheiben geschnitten
3 Stangen Staudensellerie, in Scheiben geschnitten
1 EL Cayennepfeffer
1 KL Kreuzkümmel, gemörsert
1 Dose gehäutete Tomaten
Meersalz, schwarzer Pfeffer
4 EL Jogurt oder Sauerrahm
Bauernbrot als Beilage

Zubereitung:
Die Bohnen in Salzwasser weich kochen, dauert ca. 30 bis 45 min, je nach Größe der Bohnen. Abtropfen und beiseite stellen.

Öl in einer Pfanne erhitzen, Zwiebel und Knoblauch darin glasig andünsten. Cayennepfeffer und Kreuzkümmel eine halbe min mit rösten lassen, dann das Gemüse zugeben, etwas salzen und einige min braten.

Die Tomatendose rein kippen, die Dose mit Wasser auffüllen und ebenfalls in die Pfanne damit. Leicht köcheln lassen, bis die Tomaten zerfallen sind und der Saft eingedickt ist, ca. 15 min. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit einem Löffel Sauerrahm oder Jogurt servieren.

vegetarisches Chili


Scharfer Hühnertopf mit Brokkoli und Orangen

Aua, Zahnweh! Sehr unlustig, wenn man nicht mal mehr vernünftig essen kann, sprich keine Freude mehr hat im Leben. Dermaßen suizidgefährdet musste ein Gegenmittel her – dieser scharfe Hühnertopf reanimiert die Lebensgeister! Und ganz ohne Strohhalm ;).

Zutaten für 2 Portionen:
1 kleiner oder 1/2 Brokkolikopf, in einzelne Röschen geteilt
1 Stück Bio-Hühnerbrust vom Freilandhuhn, in mundgerechte Stücke geschnitten
1 Bio-Orange, Schale abgerieben, Fruchtfleisch filetiert und in Stücke geschnitten
1 Portion Hühnerfond (ich hab den sehr reduziert in Eiswürfeln eingefroren, sehr praktisch) mit Wasser aufgefüllt, dass gesamt ungefähr ein Viertelliter Flüssigkeit entsteht
1 Chilischote, entweder gehackt oder für mildere Schärfe und coole Optik im Ganzen mitgekocht
2 EL Olivenöl zum Braten
1 KL Koriander, frisch gemahlen
Meersalz, Pfeffer

Zubereitung:
Erst den Koriander und Chili im heißen Öl kurz anrösten und dann die Hühnerbrust zugeben. Unter Wenden gut bräunen lassen.
Brokkoli in den Topf geben und mit dem Fond aufgießen. Solange köcheln lassen, bis das Gemüse gar aber noch bissfest ist. Die Orangenstücke zugeben und in der Flüssigkeit erwärmen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und ab damit auf den Tisch!

Huhneintopf mit Gemüse


Cassoulet

Das klassische französische Cassoulet ist bei mir bisher am Willen gescheitert. Beziehungsweise daran, dass bei der Verarbeitung von Entenkeulen bei mir keine so rechte Freude aufkommen will. Noch dazu wenn ich mit den Keulen gleich drei Tage zu tun habe … brrrt. Es galt jedoch die vom Heiligen Abend übrig gebliebenen Bratwürstel vom freilaufenden Bauern zu verarbeiten, daher gab’s die Rapidoversion à la Jamie Oliver, die eigentlich ziemlich italienisch schmeckt, aber ok ist!

Zutaten für 4 bis 6 Portionen:
6 Paar Bratwürstel vom freilaufenden Bauern und glücklichen Tieren
Entenfett falls vorhanden, sonst Olivenöl
ein paar Streifen Schinkenspeck
2 Zwiebel, in Ringe
1 große und eine kleine Dose Tomaten
1 Bouquet garni
2 Knoblauchzehen, fein gehackt
2 Handvoll getrocknete Morcheln
1 Karotte, geschält und in Scheiben
eine große Dose weiße Bohnen, abgespült
1/2 Flasche kräftigen Rotwein
Meersalz und frisch gemahlener Pfeffer
zwei Handvoll Knödelbrot
eine Handvoll frischer Thymian

Zubereitung:
Morcheln in kochendem Wasser einlegen.
Schinkenspeck in Streifen schneiden und im Entenfett oder Olivenöl anbraten.
Zwiebel, Knoblauch und Karotte mit dem Bouquet garni in die Pfanne geben und nicht zu heiß goldbraun braten.
Pilze abseihen, Wasser aufheben und Pilze ebenfalls in den Topf geben und 5 min köcheln lassen. Tomaten, Bohnen und Pilzwasser zugeben und 15 min köcheln lassen.
Würstel in größere Stücke schneiden und auf dem Topf verteilen. Brot mit Olivenöl und Thymian mischen und ebenfalls auf den Topf geben, andrücken.
In den Ofen für eine Stunde, bis eine Kruste entstanden ist. Schmeckt super mit frischem Bauernbrot!


Chili-Eintopf

Der Klassiker für Silvesternächte und winterliche Einladungen, wenn man nicht genau weiß, wie viele Gäste erscheinen. Reste kann man immer wieder aufwärmen oder einfrieren.
Die Idee mit den getrockneten Tomaten ist aus einem Jamie Oliver-Rezept geklaut und etwas lighter adaptiert. Und eigentlich könnte ich es besser machen, als ich normalerweise tue, da ich aufgrund einer Zimtallergie beim Esspublikum leider die Zimtstangen weglassen muss, die dem Eintopf nochmal den letzten Kick geben würden … naja …

Zutaten für ca. 8 Personen:
1 Kilo frisch gedrehtes mageres Rindsfaschiertes vom freilaufenden glücklichen Rind
2 große Dosen Tomaten (je 800 g)
2 große Dosen rote Bohnen (je 800 g), abgespült
4 KL Kreuzkümmel, leicht angemörsert
2 rote oder grüne frische Chilischote in Ringe geschnitten (hier ersetzt durch 2 getrocknete, zerbröselt)
4 KL Chilipulver
2 Knoblauchzehen, gehackt
4 Zwiebel, fein gehackt
2 Gläser eingelegte getrocknete Tomaten, abgespült und mit Wasser zu einer Paste gemixt
kräftiger Schuss heftiger Rotwein
2 Zimtstangen
Meersalz, frisch gemahlener Pfeffer
Sauerrahm zur Deko
Olivenöl

Zubereitung:
Knoblauch und Zwiebel einige Minuten in heißem Olivenölglasig braten, die Hälfte davon beiseite stellen und die Hälfte vom Fleisch braun braten. Dann die zweite Hälfte anbraten, alles zusammen in den Topf geben und Chilischote, Kreuzkümmel und Chilipulver zugeben. Braten bis ein frischer Duft aus dem Topf steigt, mit Rotwein ablöschen.
Zimtstange, Tomaten aus der Dose und die Tomatenpaste zugeben und zugedeckt eine Stunde lang köcheln lassen. Bohnen zugeben, eine weitere 30 min köcheln.
Mit Sauerrahm und Weißbrot, Fougasse oder kräftigem Bauernbrot servieren.


Senf-Huhn-Eintopf mit gebackener Knoblauchpaste

Im französischen Original hört dieser Eintopf auf den klingenden Namen „Poulet Mijoté à la Moutarde“. Genial, wie das Hühnerfleisch fast von selbst vom Knochen fällt … Eignet sich bestens für Gäste, kann man vorproduzieren und am nächsten Tag sanft erwärmen.

Zutaten:
1 schönes freilaufendes Bauern-Huhn, zerteilt in 8 Teile
1 ganzer Knoblauch
Gutes Olivenöl
Meersalz und frisch gemahlener Pfeffer
6 mittlere rote Zwiebel, geschält und geviertelt
1 große Dose geschälte Tomaten
1 EL frischer Thymian (oder 1,5 KL getrockneter)
2 Lorbeerblätter
Kräftige Prise Chilipulver
Kräftiger Schuss trockener Weißwein
3 EL old fashioned Dijonsenf (also mit ganzen Senfkörnern) oder 4 EL normalen
(hier wurde eine Mischung aus 2 EL Senf Provencale mit Senfkörnern und 2 EL normalem Dijonsenf verwendet, war fast eine Spur zu heftig!)
Reis oder Pasta als Beilage

Zubereitung:
Ofen auf 200 Grad (Gas Stufe 4, nach 20 min Backzeit reduziert auf Stufe 3) vorheizen. Die äußeren Blätter vom Knoblauchbund entfernen, den „Boden“ entfernen, also einen Schnitt machen, um das Fleisch des Knoblauchs frei zu legen. In eine Alufolie geben, mit Olivenöl beträufeln und mit Salz und Pfeffer würzen. Für 40 min in den Ofen geben.

Ein wenig Olivenöl in einem Topf (mit Deckel für später) erhitzen, die Hendlteile in zwei Partien auf allen Seiten bräunen. Hühnerfleisch beiseite stellen und die Zwiebel im gleichen Fett ca. 5 min lang karamellisieren lassen.
Tomaten, Lorbeerblätter, Thymian und Chilipulver zugeben und das Huhn drüber geben. Wein zufügen und zum Köcheln bringen. Zudecken und für ca. 40 min köcheln lassen, immer wieder mal umrühren.

Den Knoblauch aus dem Ofen nehmen und die einzelnen Zehen ausquetschen, aus dem Inhalt eine Paste rühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Wenn das Huhn fertig ist, den Senf zugeben, Hitze erhöhen und so lange kochen, bis eine relativ feste Sauce entsteht. Mit Reis oder Pasta  und der Knochlauchpaste servieren.

PS: Reste der Sauce eignen sich auch super als Pastasauce.


Boeuf Bourgignon

Gäste werden erwartet, aber eigentlich ist an dem Tag keine Zeit zum Kochen. Total abgehetzt den Abend durchstehen? Vorproduzieren ist die Lösung und nix funktioniert da besser als Eintöpfe jeglicher Art.
Der beste und raffinierteste im Geschmack: Boeuf Bourgignon! Und das Zeug wird am nächsten Tag noch viel viel besser als direkt nach der Produktion! Vorsicht: Zeitaufwand gesamt zwei Tage, lohnt sich aber und am ersten Tag ist nicht viel zu tun! Vorsicht II: Um Himmels Willen nicht am Wein sparen! Schlechte Zutaten ergeben schlechtes Essen – it’s easy like that.

Zutaten für ca. 6 Personen:
1,5 kg schönes Rindfleisch, in Würfel (Gulaschfleisch verlangen)
2 gelbe Zwiebel, gehackt
4 Karotten, in 1 cm Stücke
2 Knoblauchzehen, fein gehackt
2 TL frischer Thymian oder entsprechende Menge Zweige, notfalls getrockneter Thymian
Handvoll glatte Petersilie (krause Petersilie taugt nur zur Deko), grob gehackt
2 Lorbeerblätter
Salz und frisch geriebener Pfeffer
eine Flasche guten Rotwein (aus dem Burgund oder Pinot Noir aus California ist auch ok)
170 g Rohschinken, in 1 cm Streifen geschnitten
3 EL Mehl
40 g Kochschokolade, zerteilt
2 EL Olivenöl

Fleisch 12 Stunden vor dem Kochen marinieren: 1 Zwiebel, 2 Karotten; Knoblauch, Thymian, Petersilie, Lorbeerblätter in eine große Schüssel geben, mit Salz und Pfeffer großzügig würzen, Olivenöl reingeben, mixen. Fleisch dazu geben  und wieder mixen. Wein drüber gießen, 12 Stunden im Kühlschrank ziehen lassen.

Nach 12 Stunden die Flüssigkeit in eine Schüssel abgießen (nicht wegschütten!), das Fleisch vom Gemüse trennen.
Einen großen Topf (muss auch einen Deckel haben für später) erhitzen, den Rohschinken knusprig braun braten und herausnehmen. Das übrig gebliebene frische Gemüse in dem verbliebenden Fett ca. 5 min karamellisieren, dann das marinierte Gemüse beigeben und 5 min auf kleiner Flamme weiter karamellisieren, beiseite stellen.

Das Fleisch in mehreren Portionen im gleichen Topf gut bräunen, sollte es nötig sein, etwas Öl und sobald das Öl heiß ist, etwas Butter zufügen vor dem Braten. Nicht alles auf einmal, sonst bekommt man nicht die gewünschte Farbe! Alles Fleisch in den Topf geben und mit Mehl sprinkeln, so lange wenden, bis alles Weiß des Mehls verschwunden ist. Gemüse wieder zugeben, die Marinade dazu gießen, umrühren. Wenn das Ganze leicht zu köcheln beginnt, zudecken und zwei Stunden auf kleiner Flamme kochen.

Die Schokolade und den gerösteten Schinken zugeben, eine weitere Stunde köcheln. Deckel weggeben, ca. 20 min oder so lange kochen, bis die Sauce dick am Löffel bleibt. Entweder die kleinen Stöckchen der Gewürze heraus fischen oder Euren Gästen mitteilen, dass die nicht giftig sind ;).

Mit gekochten Kartoffeln oder Nudeln servieren. Auch Brot ist willkommen zum Auftunken der Sauce!

Esser: Hias, Yvonne, Hubsi
Urteil: Die Fleischesser konnten es schon vom Geruch nicht mehr erwarten, das Boeuf zu kosten. Voller Erfolg!

Und weils so gut schmeckt, ist das Rezept reif für den Frankreich-Event-Test!

 


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